Zählen ist wichtig

Als ein wesentlicher Grund für Planung, Bau und Betrieb einer Citybahn wird angeführt, dass Wiesbadens Busse (Fahrgastzahlen und Taktung) am Limit sind und ihre Anzahl nicht nennenswert erhöht werden kann.

Auf der Suche nach Fahrgastzahlen findet man, dass die ESWE Verkehrsgesellschaft im Jahr auf 42 Linien mit ca. 800 Haltestellen und einer Linienlänge von über 660 Kilometern über 59 Mio. Fahrgäste in 2018 und über 61 Mio. 2019 transportiert hat. Es findet sich jedoch keine Information, wie sich diese Fahrgäste auf die Linien verteilen und wie viele Fahrgäste zu welcher Zeit von Haltestelle zu Haltestelle unterwegs sind.

Im Internet veröffentlicht ist nachstehendes Schreiben vom Dezernat für Umwelt, Grünflächen und Verkehr, in welchem die Auslastung von 16 Linien zu bestimmten Zeitfenstern dargestellt ist:

Basierend auf dieser Tabelle und dem ESWE Fahrplan wurde die Zahl der Fahrgäste pro Stunde errechnet. Die nachstehende Tabelle ist auf die Linien reduziert, die mehr als 400 Fahrgäste pro Stunde befördern. 

Die Citybahn ersetzt zwei Linien (4 und 14) und entlastet drei Linien (6, 9 und 47), die in der Tabelle gelb hinterlegt sind.

 

Linien 4 und 14 morgens 7-8 Uhr Richtung Biebrich:

Es gibt eine Spitzenbelastung morgens zwischen 7-8 Uhr in der innerhalb 1 Stunde mehr als 900 Fahrgäste in Richtung Biebrich unterwegs sind.

 

Linie 4 abends 17-18 Uhr Richtung Kohlheck:

Zwischen 17-18 Uhr gibt es eine Spitze von 402 Personen in Richtung Kohlheck.

 

Linie 6 morgens 7-8 Uhr Richtung Nordfriedhof

Morgens gibt es eine Spitzenbelastung von 480 Personen bei der Linie 6 in Richtung Nordfriedhof.

 

Linie 6 mittags 13-14 Uhr Richtung Mainz

Mittags gibt es eine Spitzenbelastung von 432 Personen in Richtung Mainz.

 

Die Linie 27, die ebenfalls eine starke Spitzenbelastung aufweist wird von der Citybahn nicht entlastet.

 

Aus dieser Betrachtung lässt sich nicht unbedingt ablesen, dass die Kapazität des Busverkehrs an seine Grenzen stößt, denn es gibt Buslinien, die in der Mittagszeit eine Frequenz von 8 Fahrten pro Stunde aufweisen, so dass theoretisch bis zu 800 Fahrgäste pro Stunde transportiert werden können.

 

Für eine solide Nutzen-Kosten-Analyse zur Citybahn wäre es hilfreich, wenn z.B. ab dem nächsten Fahrplanwechsel die Buslinie 14 von Klarenthal über Biebrich nach Kastel fahren würde, die Routen der Buslinien 4, 6 und 9 entsprechend angepasst würden. In allen Bussen dieser Linien müsste dann das Fahrgastaufkommen solide gemessen und damit geprüft werden, ob Fahrgastzahlen und Taktung zu bestimmten Zeiten tatsächlich an Grenzen stossen. Auch sind diese Messungen, sollte die Busse am Limit sein, für die Auslegung der Länge einer Citybahn notwendig.

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